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„Sterbehilfe“

"Rentable Zweigstrecken (Auszug aus dem Artikel „Fünf Rote aus Mosbach (und eine aus Kiel)“ aus Eisenbahn Geschichte Heft 89, August/September 2018, 16.Jahrgang)

Entgegen heutiger allgemeiner Lesart war es weder der Lkw, der damals im ländlichen Raum die Existenz der Bahnen bedrohte, noch war es günstiger, noch waren die Kosten der Zweigstrecken ein reales Problem für die Bundesbahn. Der Stuttgarter Verkehrswirtschaftler Carl Pirath (1884-1955) wies seinerzeit nach, dass die – damals sehr schmalen und schlechten – Landstraßen für die Aktivität von Lkw-Speditionen nicht interessant seien und die Frachtkosten bei Auflassung einer Bahn deshalb stark stiegen. Hingegen dringe der Lkw-Verkehr zwischen den großen Städten in den Knotnpunktverkehr der Eisenbahn ein und schädige sie damit an ihrer Hauptsubstanz – wodurch sie gezwungen sei, dort zu sparen, wo der politische Widerstand am geringsten sei: bei den Zweigstrecken. So war es der Bundesverkehrsminister Seebohm, der ab 1954 die Bundesbahn aufforderte, Ergebnisse bei der Stilllegung von Strecken vorzuweisen, um das Defizit der Bahn zu verringern. Freilich ließen sich die Zweigstrecken auch seinerzeit meist nicht eigenwirtschaftlich betreiben. Im Gesamtnetz warfen aber auch Zuschusslinien unter dem Stich noch gute Erträge ab, die weitgehend verloren gingen, wenn man die Zweigbahnen aufließ. Das galt für alle erwähnten Betriebe nach Mudau, Buchau oder Güglingen. Beispielhaft sei Mosbach – Mudau erwähnt: Trotz Einnahmen von 177.000 Mark bei Ausgaben von 533.000 Mark ergab sich ein Gesamtumsatz für die Bundesbahn 1957 von 787.000 Mark. Da der Aufwand für die zusätzliche Beförderung des Aufkommens, das von und auf das Hauptnetz überging, gering war, verblieb noch immer ein guter Gewinn für die Bundesbahn, hier über 200.000 Mark. Dies wurde jedoch verschwiegen und nur mit den Defizitwerten der eigentlichen Zweigstrecken operiert."

 

Die Spiegelauer Waldbahn

von Ludwig Reiner, Hermann Beiler, Richard Sliwinski – Ohetaler Verlag

Auszug: "16.1 Einnahmen, Ausgaben, Überschuss (Geschäftsjahr 1931)

Indirekte Einnahmen wurden in der Bilanz ausgewiesen.

a) Einsparungen von Mitarbeitern durch den Betrieb der Bahn,

b) Weg- und Triftbaukosten: Einsparung: Wege-Neubau, Wege-Reparatur, Triftbau

c) Gewinne an Holzwert" (Holz, das nur durch das Vorhandensein der Bahn gewonnen werden konnte. Der Unterzeichner)

 

Abgeordneter der CDU in Sachen Stilllegung der Zabergäubahn; Bericht im Wirtschaftsausschuss des Landtags Baden-Württemberg, 22.April 1959:

"Eine kleine Lok kann 50 oder 60 Lkw-Ladungen (auf der Schiene) hinter sich her ziehen, ohne dass dabei ein Straßenunterhalt anfällt!"

 

Fazit (vom Autor Carsten Recht):

Die Einnahmen aus dem Betrieb einer Bahn waren trotz erheblicher Aufwendungen für deren Erhalt höher als die Ausgaben. Es konnte ein Gewinn erwirtschaftet werden. Auch heute würde eine Gegenüberstellung Erstaunliches ergeben. Unter Berücksichtigung des WASHO-Road Test ist der Unterhalt selbst einer Zweigstrecke kostengünstiger als der laufende Unterhalt einer parallelen Straße.

Der wahre Sachverhalt bei der Bewertung der Zweigstrecken wurde seit 1954 sowohl in der BRD als auch in der DDR erfolgreich verschleiert! Damit sind viele Bahnlinien – selbst Schmalspurbahnen – stillgelegt worden, die man hätten erfolgreich weiter betreiben können.

 

Carsten Recht (Geschäftsführender Gesellschafter der Böhmetal-Kleinbahn Betriebs-gGmbH)

Kleinbahn Betriebsgesellschaft gGmbH  | klbg-ggmbh@arcor.de